Wie die Liste entsteht: woher die Zahlen kommen, wann sie gerechnet werden und wo ihre Grenzen liegen.
Eine Rangliste ist nur so gut wie ihre Daten. Diese Seite legt offen, worauf die RSL-Liste beruht — auch dort, wo die Antwort nicht schmeichelhaft ist. Wie der RSL selbst gerechnet wird, steht in RSL: Methodik & Herkunft, wie man die Tabelle liest, in So liest man die RSL-Liste.
Zwei Arten von Daten: die Kurse, aus denen jede Zahl gerechnet wird, und die Listen, welche Aktien zu einem Index gehören.
Die Schlusskurse kommen von Yahoo Finance (yfinance). Die Liste lädt für jeden Titel rund 2 Jahre Tagesschlusskurse und rechnet daraus alle Werte selbst; übernommen wird keine fertige Kennzahl.
Ehrlich gesagt: Diese Quelle ist kostenlos und inoffiziell. Sie gibt keine Zusage zu Verfügbarkeit oder Vollständigkeit, und ihre Bedingungen decken keine kommerzielle Nutzung. Diese Seite liefert deshalb keine Werbung aus. Eine lizenzierte Quelle lässt sich ohne Umbau anschließen, ist aber noch nicht gewählt.
Welche Aktien zu einem Index gehören, kommt von Wikipedia und steht dort unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Die Liste übernimmt daraus die Kürzel, Namen und Branchen und schreibt die Kürzel in die Schreibweise der Kursquelle um — ein Auszug, bearbeitet. Geladen werden die Bestandteile bei jedem Lauf neu; wechselt ein Titel den Index, folgt die Liste, sobald Wikipedia die Änderung nachgetragen hat.
| Index | Bestandteile |
|---|---|
| S&P 500 | Wikipedia, bei jedem Lauf neu |
| NASDAQ 100 | Wikipedia, bei jedem Lauf neu |
| DAX 40 | Wikipedia, bei jedem Lauf neu |
| Dow Jones Industrial | fest hinterlegt, 30 Titel, Stand 18.09.2026 — noch nicht gegengeprüft |
| DJ Transport | Wikipedia, bei jedem Lauf neu |
| DJ Utility | Wikipedia, bei jedem Lauf neu |
Für den Dow Jones Industrial führt Wikipedia keine maschinell lesbare Tabelle der Bestandteile mehr. Die 30 Titel stehen deshalb fest im Code. Das ist vertretbar, weil sich dieser Index selten ändert — aber eine solche Liste veraltet still, wenn niemand sie pflegt. Die Liste vom 18.09.2026 ist noch nicht gegen eine offizielle Aufstellung geprüft.
Einmal am Tag, um 22:30 Uhr deutscher Zeit — kurz nach dem Börsenschluss in New York.
Ein Lauf lädt die Bestandteile aller 6 Indizes, die Kurse ihrer Titel und rechnet daraus die ganze Liste neu. Die Zahlen auf der Seite gelten also für die Schlusskurse des jeweiligen Handelstages, nicht für den Moment, in dem man sie liest. Wann der letzte Lauf war, steht über jeder Liste.
Ob eine Börse an einem Tag gehandelt hat, liest die Liste aus den Daten selbst ab und nicht aus einem Feiertagskalender: Ist der jüngste Kurs eines Index vom selben Tag, hat seine Börse gehandelt. Die US-Indizes folgen damit den Handelstagen der US-Börsen, der DAX denen der Deutschen Börse. Report-Mails gehen nur nach einem Handelstag raus.
Was die Liste nicht leisten kann, gehört genauso hierher wie das, was sie leistet.
Die Liste rechnet mit den Titeln, die heute zu einem Index gehören. Wer aus dem Index gefallen ist — oft gerade nach einer schwachen Phase —, taucht nicht mehr auf. Für eine Rangliste von heute ist das richtig. Wer aber aus ihr ablesen wollte, wie gut eine Auswahl früher funktioniert hätte, sähe nur die Überlebenden. Die Forschung nennt das Survivorship Bias.
Liefert die Quelle für einen Titel keine Kurse, oder hat er weniger als 27 Wochenschlusskurse, fehlt er in der Liste dieses Tages — lieber gar kein Wert als ein Durchschnitt über zu wenige Kurse. Fällt ein ganzer Index deutlich kleiner aus als üblich oder ist sein jüngster Kurs alt, meldet die Überwachung den Lauf als auffällig.
Diese Liste rechnet den RSL nach Levy mit 27 Wochenschlusskursen im Nenner: dem aktuellen und den 26 davor. Mindestens eine andere verbreitete Liste mittelt nur 26. Am 20.09.2026 haben wir 10 Werte mit dem Export einer anderen RSL-Liste verglichen. Mit deren 26 Kursen gerechnet stimmten alle auf 4 Nachkommastellen überein. Weicht ein Wert hier von einer anderen Liste ab, kann das an der Definition liegen, an einem anderen Stichtag oder an einer anderen Kursquelle.
Beleg: Robert A. Levy 1967, Abschnitt II („Price Ratios“)
Kein eigener Backtest, kein Drehen an Parametern.
Diese Liste rechnet keine Rendite aus, die man mit ihr in der Vergangenheit erzielt hätte, und sie zeigt keine. Ein solcher Backtest auf ein paar Jahren und ein paar hundert Titeln findet fast immer eine Einstellung, die gut aussieht — und hat damit nichts gefunden. Genau das hielten Jensen und Benington 1970 Levy vor: In seiner Dissertation hatte er rund 68 Varianten von Handelsregeln an denselben Daten geprüft.
Die Fenster und Parameter der Kennzahlen stehen deshalb so, wie die Literatur sie angibt. An keinem wurde gedreht, auch nicht an denen der vier Forschungsspalten. Der Grund, sie zu wählen, ist ihre Beleglage, nicht ihr Ergebnis auf unseren Daten. Mehr dazu in Der Rückschlag und Warum der RSL bleibt, was er ist.
Beleg: Michael C. Jensen 1970, Passage zu Levys Dissertation (1966)
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